© Ragnar Knittel: Abendstimmung

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Schicksalsschweres Wetter zur Oderverschiebung -
sonnige Aussichten und der Wind of Change


(vog) Gelb und Blau, diese europäischen Farben, wird die Brücke bekommen, und somit hat man ihre Verschiebung auch vom Restaurant Europa zu beobachten. Das polnische Frühstuck Marke "Europa" stärkt und wird helfen die Verschiebungen des Tages zu verdauen.

Jedoch! Hier an der Oder wird nicht verschoben - dabei würde wohl einer Zigaretten verloren haben können, die auf die Verschiebeschienen hätten gefallen sein können: und deswegen dauert das jetzt alles länger. Oder? Vielleicht auch, weil 6300 Tonnen ja die Oder Abwärts auf Reisen gehen, also die Verschiebeschienen endlich Abschiebeschienen sind, dauert das jetzt alles länger. Abschiebungen dauern ja jetzt immer länger.

Auf dem Weg zur in der Oder gelegenen Halbinsel, dem Löwenwerder der ja keinen polnischen Namen hat, weil hier früher alles Sperrgebiet war, steht auf einmal auf dem Damm ein Österreicher. Der Österreicher hatte ob der Freuden des Hauses, welches er nächtigst frequentiert hatte, die Zeit, diese schnelllebige mitteleuropäische Zeit vergessen. Jetzt stand der Österreicher mit seinem alten Fahrrad, das der Pole Ukrainer nennen würde, unzeitgemäß an der neuen Brücke in eine alte Zeit, und musste warten bevor auch er an seine Vergangenheit, die er auf dem anderen Ufer gelassen hatte, anknüpfen könnte. Der Österreicher stand auf der falschen Seite, während der Wind Wellen in die graublau reflektierende Oberfläche des großen Stromes blies.

Der Radiomoderator sagte, der Deutsche sei an seine "schicke Oder" gekommen, vielzählig. Drüben stand der Pole, aber nicht so viele. Da beide so am Schicksalsstrom vereint waren, hat der Deutsche also rübergewunken. Ja, jetzt haben sie uns gesehen. Gesehen hatte auch das Polizeiboot das Privatboot, das früher am Tag unter der Verschiebebrücke gewesen war. Schnell fuhr es davon, aber entkam nicht, auf dem Fluss den die Countryband "Fun Fair" später mit einer Ode "Yellow River" zum halbeuropäischen Fluss erhoben hat. Was blaues hat gefehlt, dann wären die europäischen Farben wieder vereint gewesen.

Auf dem Löwenwerder saß, versunken in Gedanken darüber was er heute dem Strom entlocken könnte, der polnische Angler. Neben ihm lagen leere Bierdosen Marke "Schlösserbräu" aus dem PLUS gegenüber vom Grenzcafé. 14.10.2002