© Ragnar Knittel: Zwie Brücken

slubice.de & frankfurt.pl testete:

Der kleine postalische Grenzverkehr -
einen Monat für 1,5 Kilometer.


(xan) Wie lange geht ein Brief von Frankfurt nach Słubice und umgekehrt? Unter dem Motto "Ab geht die Post" testete die Redaktion von http://slubice.de & http://frankfurt.pl seit vergangenem Sommer die regionale Zusammenarbeit von Deutscher Post und Poczta Polska. Mit einer Serie von Briefen aus der ul. Mickiewicza 21 in die Ferdinandstr. 1 und umgekehrt wurde die durchschnittliche Laufzeit ermittelt. Überprüft wurde auch, ob mit polnischen, bundesdeutschen oder DDR-Marken frankierte Briefe den Adressaten im anderen Land erreichen. In einem weiteren Durchlauf des Experiments wurden die Postleitzahlen beider Städte vertauscht. Zu guter letzt addierten wir die Postleitzahlen von Frankfurt Oder Słubice und adressierten Briefe an slubice.de & frankfurt.pl in "84330 Slubfurt".

So beträgt die Laufzeit eines regulären Briefes von D-15230 Frankfurt (Oder) nach Pl-69-100 Słubice im Durchschnitt 5 Tage. Sendet man einen Brief vom Słubicer Postamt an den ca. 1,5 Kilometer entfernten Frankfurter Ferdinandsberg kommt er 8 Tage später an. Inzwischen gibt es die Möglichkeit die Dauer mit einer Prioritaire-Option auf ca. 4 Tage zu verkürzen. Frankiert man die Briefe in Słubice mit ungestempelten Euro- oder auch DDR-Marken erreichen sie ihr Ziel innerhalb einer Woche. Der Nachzahlungsvermerk über 2 Złoty wird von der Deutschen Post nicht berücksichtigt. Die entsprechend in Frankfurt mit Złoty- und DDR-Marken versehenen Umschläge werden von ihr allerdings nicht nach Polen befördert. Stattdessen werden sie mit dem Vermerk "Zurück an den Absender, / weil an dem zu entrichtenden Entgeld 056 Ct. fehlen" retour geleitet.

Zu interessanten Verirrungen kam es in der Sparte "Slubfurt". Ein Brief aus Frankfurt nach 69-100 Slubfurt / Europa erreichte die ul. Mickiewicza nach 19 Tagen. Der umgekehrte Irrläufer nach 15230 Slubfurt / Europa kam bereits nach 14 Tagen in der Ferdinandstraße an. Einen noch längeren Weg nahmen nur die Schreiben, die jeweils ins andere Land an 84-330 Slubfurt adressiert waren. Das Słubicer Exemplar vom 12.8.02 wurde dabei zuerst von einer Briefsammelstelle in Deutschland nach Słubice zurück geschickt, wo es am 22.8. eintraf und mit dem Vermerk "84330 Frankfurt" in Richtung Deutschland auf den Weg ging. Letztlich wurde die richtige Postleitzahl hinzugefügt und der Brief erreichte am 27.8. die Ferdinandstraße. Den von dort ebenfalls am 12.8.02 abgesandten Brief nach 84330 Slubfurt / Poland wurde an einer zentralen polnischen Stelle überprüft und aufgrund der Postleitzahl nach Lebork (vormals Lauenburg) in Hinterpommern gesandt, wo er am 2.9. eintraf und einer erneuten Überprüfung unterzogen wurde. Am 3.9. sandte ihn eine Person nach Słubice. Eine weitere fügte die reguläre Postleitzahl 69-100 hinzu, sodass der Brief nach einem Monat am 11.9.02 in der ul. Mickiewicza eintraf. 2.4.2003

- Den Inhalt der versandten Briefe finden Sie unter www.slubice.de/texte/020729.html
- Lesen Sie dazu am 2.4.03 in der BILD-Zeitung einen Artikel mit Hintergründen zum Thema