© Ragnar Knittel: Markt

slubice.de & frankfurt.pl bemerkt:

Die letzten werden die ersten sein -
historischer Aufbruch in bessere Zeiten.


(xan) Als sich für Slubice zum Ende des zweiten Jahrtausends nach Christus die Chance ergab, postum in die Hanse aufgenommen zu werden, haben die Verordneten der Stadt zuerst gezagt — mussten sie dafür doch mit dem großen Nachbarn Frankfurt kooperieren. Doch die Verlockung war größer, würde doch der Europäische Staatenbund viel Geld für ein gemeinsames Fest aus Anlass der ersten Erwähnung der Oderstadt finanzieren, nötige Investitionen in Sportanlagen, den Damm und vieles mehr ermöglichen und über die Grenze hinaus auf die junge Stadt aufmerksam machen. So wurde gemeinsam mit Frankfurt eine Strategie 2003 verabschiedet, die neben Stadtjubliäum und Europagarten auch die Ausrichtung der 23. Hansetage der Neuzeit vorsah. Damit war es soweit — das 1945 in den Trümmern der Frankfurter Dammvorstadt gegründete Slubice konnte Mitglied der Hanse werden — ja es musste in den neuen Bund der alten norddeutschen Handelsstädte aufgenommen werden — immerhin sollten es die ersten Hansetage in zwei Ländern gleichzeitig sein. Auch wenn die mittelalterliche Vergangenheit der Siedlung am östlichen Oderufer mehr als ungewiss ist - böse Zungen behaupten, Slubice sei überhaupt kein historischer Ort - und dort in den Hochzeiten der Hanse kaum mehr als ein Brückenkopf und einige Fischerkaten zu finden waren. Die historische Rückdeutung erscheint ein wenig wie die Teilnahme an einem schizophrener olympischer Wettbewerb rückwärts. Dabei gewesen und ins Ziel zu gelangen ist alles. Im Notfall auch als letzter.