(xan) Ausreichend Sonnenschein, Regen und Wärme haben in diesem Sommer in
fast allen polnischen Städten zu einem frühen Start der Pilzsaison geführt.
Diese hat solche Triebe hervorgebracht, dass sich immer mehr Polen nach
getaner Arbeit auf den Marktplatz ihrer Stadt bei einem kühlenden Bier an
der Pilzpracht erfreuen. Was in manch galizischer Stadt einen moderaten
Anschein macht, wirkt auf den Ringen der kleineren schlesischen Städte wie
ein Zirkuszelt: schrill, bunt, vorübergehend. In Słubice hingegen, wo auch
das Pilzfieber ausgebrochen ist, wirkt das Objekt der Begierde, welches man
in der Zigarettenstraße betrachten kann, wie ein Giftpilz: grün wuchs es auf
steinernem Grund von heute auf morgen aus dem Boden. Die Form ist überall im
Land die gleiche: aufklappbarer Stiel und eine runde Kappe. Doch sollte es
sich um eine Epidemie handeln? Ist es möglich, dass im ganzen Land
gleichzeitig giftgrüne Pilze in Einkaufsstraßen und auf Marktplätzen aus dem
Boden schießen? Warum schweigen die Architekten, wenn ihre Innenstädte zu
Wäldern verkommen? Was geschieht, wenn die Saison vorüber geht? Warum
sponsert eine Brauerei das Geschehen? Überzeugen sie sich selbst!
- Die Pilzbar steht mitten in der Zigarettenstraße und versperrt nicht nur
den Blick nach Frankfurt, sie bietet auch eine Bar mit Lech-Pilsner
- geöffnet von früh bist spät bietet sie nicht nur dem Frankfurter
Sozialhilfeempfänger eine Erfrischung zum moderaten Preis
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