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(xan) Fehlalarm. Die kahlköpfigen Deutschen, die gerade in
der Zigarettenstraße im Nachtladen stehen, sind keine Nazis. "Warum sollen
wir Faschos sein - hast du ein Problem?" Draußen klärt einer die Sache:
"Eugen ist Skin, Albert ist ein Punk und ich bin ein Rock´n´Roller. Mongo
mein Name". Mit Politik haben sie nichts am Hut. Sie wollen einfach Bier
holen, um in Neuberesinchen abzuhängen. "Eigentlich ist die Situation mit
den Nazis in Frankfurt gar nicht so schlimm. Oben in Beresinchen, da gibt mehr
so Individuen, die hocken zu Hause, und wenn sie ein Bier zu viel getrunken
haben, dann lassen sie halt eine Bombe hochgehen, ist mir auch schon mal passiert:
da kamen zehn Stück auf mich zu, haben zugehauen, aber richtig krass waren die
auch nicht drauf: lebe ja noch." Während Mongo erzählt, unterhalten sich
seine zwei Kumpels auf Polnisch. Albert kommt aus Gorzów Wielkopolski, wohnt
mit seiner Mutter seit Jahren in Frankfurt (Oder). "Du Idiot, und wenn du
weiter Scheiße baust, dann werden sie dich abschieben. Gleich wenn Du 18 bist,
du Penner, dann werden sie es tun, wenn du nichts begreifst", Mongo langt
Alfred eine, der lacht nur, Eugen grinst. In Bomberjacke, Springerstiefeln und
Schiebermütze ist er stilecht gekleidet, er spricht feinen Brandenburger Dialekt. Vor zehn Jahren kam er aus der
Ukraine hierher, damals sprach er nur Russisch. Polnisch hat er hier nebenbei
gelernt. Wenn Mongo nicht dabei
ist, redet er mit Albert lieber Polnisch. Alle drei sind richtige Frankfurter.
Wenn sie Hunger haben, gehen sie nach Slubice ins ägyptische Restaurant Ramzes.
2.12.2004
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