© Ragnar Knittel: Stadtkulisse mit Frau

slubice.de & frankfurt.pl erschrak:

200 Jahre Stereotypen
Reaktionen


Liebe Frau Heidi,

Ich bin eine begeisterte Leserin von dem Mail-Brief Franfurt.pl&slubice.de. So wie ich, Niederlaenderin in Berlin, auch begeistert bin ueber Ihre Doppelstadt an der Oder. Davon habe ich meinen Landsleuten schon einiges lesen lassen.

Mit Erstaunen las ich Maciej Marzecs Reaktion auf Ihre unkonventionelle Berichterstattung, die immer so scharf die Grosswetterlage der deutsch-polnischen Verhaeltnisse wiederspiegelt.

Ich erfahre jedes Mal, dass Sie arbeiten nach dem Motto: gelobt wer gelobt werden muss, verarscht wer verarscht werden muss, und kritisiert was kritisiert werden muss - und alldies ohne nationalen Empfindlichkeiten und in wunderbarem Leichtsinn. Das heisst, ohne uebliger, erblindender deutschen  'political correctness' und ebenso erblindetem polnischem Patriottismus. Bravo!

Als Hollaenderin hoffe ich unbefangen und ueberparteilich lesen zu koennen, lieber Herr Marzec. Und ausserdem korrespondiert die Stimmung in den Berichten mit vielem, was ich selber im Grensgebiet so erlebe (ich schreibe an einem Reportagebuch ueber meine deutsch-polnischen Erfahrungen).

Herr Marzec, ich moechte Ihnen wissen lassen wie erstaunt ich war, als ich unterwegs in Opolskie oder Lubuskie mitbekommen habe, dass 'Patriottismus' bei Ihnen in Polen ein positiver Begriff ist.  Das kommt mir so altmodisch vor! Ich kenne wirklich keine Niederlaender, die sich ernsthaft beleidigt oder gar angegriffen fuehlen wuerden, wenn irgendwas negatives ueber ihr/mein Land geschrieben wuerde. Und echt, so schlimm sind die Deutschen wirklich nicht. Die trauen sich selten, sich zu verteidigen, deswegen muss jemand aus dem Nachbarland es mal wagen. Der Krieg war, auch in meinem Land, schliesslich vor 60 Jahren vorbei.

Mit herzlichem Gruss - und mache bitte so weiter in 2005!

Annemieke Hendriks

nein, slubice.de und frankfurt.pl ist nicht einseitig, ganz und gar nicht. ich erinnere nur an die vorstellung der gaststätten in slubice. und letztens schrieben sie, liebe heide laska, ganz zu recht, daß hier slubice öfter als bunt und frankfurt als grau bezeichnet wird. lustig fand ich den text über silvester auch nicht. eher erschreckend. aber die braven deutschen familienväter, die erst punkt 12 mit der knallerei anfingen, bekamen doch auch ihr fett weg. (wobei, das stimmte nicht so ganz, hier knallte es schon vor einbruch der dunkelheit, nur die masse raketen ließ eben auf sich warten). Lieber Maciej, bitte lesen sie weiter diesen newsletter, sie werden sehen, slubice wird nicht als graues dorf beschrieben.

herzlichst

carmen winter

Liebe Verfasser von slubice.de&frankfurt.pl,

zunächst erst einmal alle guten Wünsche für ein erfolgreiches neues Jahr. Da ich seit längerer Zeit die Texte über Slubice/Frankfurt verfolge, kann ich die Meinung von Maciej Marzec wirklich nicht teilen. Vielleicht war der Silvesterartikel ein wenig hart, aber wenn es sich halt so abgespielt hat....? Es gab aber in den letzten Jahren eine Menge optimistischer Schilderungen auch über die polnische Seite der Oder, die Maciej Marzec' Meinung widerlegen, was allerdings nicht heißen soll, dass alle Probleme bereits gelöst sind. Um das Bild der Grenzregion zusammenfassend bewerten zu können, wäre doch ein Sammelband der ganzen Artikel eine spannende Geschichte, um nachzuweisen, das es sich eben nicht um die Fortführung eines 200 Jahre alten Klischees handelt....

Mit herzlichen Grüßen

Lutz A.

Lieber Maciej,

aber auch der humor ist kulturell verschieden. ironie und zwischentöne in einer anderen sprache heraus zu hören oder zu lesen, ist schwierig. ich fand die texte selten stereotyp-bestätigend, sondern im gegenteil: sich selbst in seinem deutsch- oder polnischsein auf die schippe nehmend, kritisch aber auch mit einem augenzwinkernd betrachtend.

viele grüße

alena k. 7.1.2005