© Ragnar Knittel: Markt

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Ein Augenzeuge berichtet
Slubice fällt auseinander


(mjh) Gestern brach in der Slubicer Zigarettenstraße vor meinen Augen ein Haus zusammen - teilweise, denn es waren "nur" die Balkone an der Häuserecke zur ulica Mickiewicza, die einer nach dem anderen mit Getöse auf die Straße fielen. Zum Glück wurde niemand verletzt, aber noch nie ist mir in solcher Wucht klar geworden, was mit einem vernachlässigten Haus passieren kann. Es ist keine Schwarzmalerei von Architekten und keine Überempfindlichkeit von Denkmalpflegern ­ Slubice droht, im zarten Alter von 60 Jahren zusammen zu brechen. Auch wenn viele Häuser auf der Frankfurter Seite durch aufwendige Sanierungsmaßnahmen vor diesem Schicksal gerettet wurden, sollte man das Problem der Slubicer Altbauten nicht als Hausaufgaben der Polen abtun, die nicht erledigt wurden. Ob Frankfurt und Slubice (wieder) zu einem Stadtorganismus zusammen finden, hängt in großem Maße davon ab, ob das Stadtbild als Ganzes gepflegt wird. Die Trümmer noch vor Augen möchte ich deswegen vorschlagen: statt das Geld in den Abriss von Frankfurter Häusern zu stecken, dafür zu sorgen, dass vom gemeinsamen Erbe etwas übrig bleibt, bevor es zu spät ist. 19.1.2005