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(mjh) Gestern brach in der Slubicer Zigarettenstraße vor meinen
Augen ein
Haus zusammen - teilweise, denn es waren "nur" die
Balkone an der Häuserecke
zur ulica Mickiewicza, die einer nach dem anderen mit Getöse auf
die Straße
fielen. Zum Glück wurde niemand verletzt, aber noch nie ist mir in
solcher
Wucht klar geworden, was mit einem vernachlässigten Haus passieren
kann. Es
ist keine Schwarzmalerei von Architekten und keine
Überempfindlichkeit von
Denkmalpflegern Slubice droht, im zarten Alter von 60 Jahren
zusammen zu
brechen. Auch wenn viele Häuser auf der Frankfurter Seite durch
aufwendige
Sanierungsmaßnahmen vor diesem Schicksal gerettet wurden, sollte
man das
Problem der Slubicer Altbauten nicht als Hausaufgaben der Polen
abtun, die
nicht erledigt wurden. Ob Frankfurt und Slubice (wieder) zu einem
Stadtorganismus zusammen finden, hängt in großem Maße davon ab, ob
das
Stadtbild als Ganzes gepflegt wird. Die Trümmer noch vor Augen
möchte ich
deswegen vorschlagen: statt das Geld in den Abriss von Frankfurter
Häusern
zu stecken, dafür zu sorgen, dass vom gemeinsamen Erbe etwas übrig
bleibt, bevor es zu spät ist. 19.1.2005
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