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(xan) Das Slubicer Fidada zieren ein Baum Eden, vertaubte
Musikintrumente
und das Panorama von New York mit den unzerstörten Twin-Towers .
Keine
schlechte Kulisse für das Gespräch nach der Diskussion um
Vertreibung und
Erinnerung, das die Gemüter aller Anwesenden in Wallungen brachte.
Eben hat
Alexander von Waldow noch öffentlich die deutsche Kriegsschuld
geleugnet und
Spekulationen über das weitere Schicksal der an Polen gefallenen
Gebiete und
Güter angestellt. Nun sitzt er zurückgelehnt und doch aufrecht vor
einem
Glas Saft. In der Luft liegen Rauch und Biergestank. Neben ihm
reibt sich
der Slubicer Stefan Siedorowicz die Hände: "Nur eine Frage
will ich ihm
stellen, dem Herrn von Waldow! " Bald findet sich ein
Übersetzer. Alexander
von Waldow lächelt und rückt sein Hörgerät zurecht. "Wenn sie
wählen
müssten: Familie oder Besitz, was würden sie behalten?". Von
Waldow denkt
nicht lange nach: "Natürlich die Familie." Pan Stefan
erwidert: "Gut, hätte
ich auch gewählt, aber ich will ihnen noch etwas erzählen über den
Krieg bei
uns im Osten Polens. Die Deutschen gingen von Dorf zu Dorf und
brannten
alles nieder. Ich habe es mit eigenen Augen gesehen: bei uns haben
sie ganze
Familien in eine Scheune getrieben, sie haben das Tor geschlossen
und alle
lebendigen Leibes verbrannt. Ich habe selbst die deutschen
Soldaten lachen
sehen." Alexander von Waldow schweigt. Pan Stefan ist
aufgebracht: "Wer hat
denn nun den Krieg begonnen?" Von Waldow beginnt ruhig
abzuwägen: "Ja, da
gibt es verschiedene Sichtweisen, es war ja so, dass die
europäischen Mächte
Deutschland zu diesem Schritt gezwungen haben". Pan Stefan
fragt plötzlich:
"Und ich welcher Einheit hast Du gekämpft, wie weit nach
Osten seid ihr
gekommen?" "Heeresgruppe Süd, wir sind mit dem
Unternehmen Barbarossa bis in
den Kaukasus vorgedrungen", sagt von Waldow knapp. Er schickt
sich an
aufzustehen. Pan Stefan bittet zu übersetzen, dass er nicht wisse,
ob er ihm
nach all dem die Hand geben soll. Der Dolmetscher kneift, Pan
Stefan macht
eine kurze Geste ´Ach was solls´ und gibt von Waldow zum Abschied
die Hand.
Dieser zieht sich an und begibt sich zur Tür während Pan Stefan
noch immer
keine Ruhe findet. "Übersetz ihm das, übersetz ihm das!"
Der Dolmetscher
schreckt erneut zurück. Doch Stefan zieht ihn noch einmal am
Ärmel: "Los,
sags ihm! Herr von Waldow: zum Abschied will ich sie fragen, was
wollen sie
eigentlich? Wir sind doch beide anderthalb Meter vom Tod
entfernt." Von
Waldow lacht, winkt ab und verlässt das Fidada. 8.2.2005
- Das Fiada hat täglich von 17.00 Uhr bis spät auf und befindet
sich im
Kulturhaus SMOK in der ul. 1 Maja 1, von Frankfurt hinter der
Brücke rechts
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